Endlich weg hier!

Illustration Kepler 22b / NASA

Dieser Tage geraten nicht nur Science-Fiction-Fans ins Träumen. Grund ist eine Entdeckung mit dem unromantisch-pragmatischen Namen Kepler 22b – ein Exoplanet. Zwar ist die Entdeckung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems längst keine Sensation mehr (mehr als tausend wurden bereits gefunden), jedoch befindet sich Keppler 22b in der sogenannten habitablen Zone. Er umkreist seine Sonne in einer Entfernung, in der Temperaturen herrschen, die das Vorhandensein von flüssigem Wasser – und somit theoretisch Leben – ermöglicht. Liest man so manche Medienberichte darüber, könnte man glauben, eine zweite Erde wurde soeben entdeckt. Allerdings müsste dafür noch eine frustrierend lange Liste von weiteren Bedingungen erfüllt sein. Und doch: Es ist aufregend und es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis Leben auf anderen Planeten gefunden wird.

Ein Jahr auf Keppler 22b dauert 290 Tage, was einem Erdjahr durchaus ähnlich ist. Allerdings ist Kepler 22b deutlich größer: Der Durchmesser beträgt das 2,4-fache des Erddurchmessers. Zeit für ein bisschen Mathe! Ausgehend von 12 700 km ergibt sich ein Durchmesser von ca. 30 480 km, was wiederum eine Oberfläche von etwa 2,9 Milliarden km² ergibt, also das 5,7-fache der Erdoberfläche. Jede Menge Platz für Parkplätze, Endlager und Schnellrestaurants. Manche wünschen Kepler 22b bereits, von der Menschheit verschont zu bleiben.

Doch dieses Problem wird sich ohnehin in absehbarer Zeit nicht stellen, vielleicht sogar nie. Kepler 22b ist 600 Lichtjahre weit weg, was in kosmischen Maßstäben gleich um die Ecke ist. Für uns Menschen ist diese Entfernung jedoch unvorstellbar groß, sogar in der Fantasie von »Star Trek«. Die »Enterprise« wäre selbst bei »Warp 7« noch etwa ein Jahr unterwegs. Mit unserer tatsächlich vorhandenen Technik sieht es allerdings zappenduster aus. Selbst wenn ein Raumschiff auch nur halbwegs in die Nähe der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt (und später wieder gebremst) werden könnte, würde die Reise tausende Jahre dauern. Also bei der Enterprise würde ich ja noch mitfliegen, aber so…

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