Rechnen im Wandel der Zeiten

Bin gerade im Netz über folgende Aufgabe gestolpert:
aufgabe
Naja, was soll da schon groß heraus kommen, dachte ich mir. Gemäß den Rechenregeln zuerst die Division. Wie oft passt ein Drittel in die Drei? Neun mal. Ok, Neun minus Neun ist Null, und Null plus Eins ist Eins. Fertig.

Und wo ist jetzt der Witz? Es gibt keinen. Die Lösung stimmt und das war’s schon. Diese vollkommen triviale Grundschulrechnung wird heute als „Mathe-Quest“ verbreitet und geht „viral“. Denn „japanische Forscher“ hätten herausgefunden, dass nur jeder Zweite über 20 auf die richtige Lösung käme.

Dazu wird dann ein Video gezeigt, in dem erklärt wird, wie die Aufgabe in den Taschenrechner(!) eingegeben werden muss. In dem Video ist zwar gleich am Anfang die Rede davon, dass 60 Prozent über 20 es lösen konnten, aber hey – jeder Zweite klingt viel doch griffiger, und Rechnen ist ja sowas von zwanzigstes Jahrhundert…

Manchmal möchte man einfach nur den Kopf gegen die Wand schlagen. Immer und immer wieder. Bis es aufhört, weh zu tun.

»Die Sprache wehrt sich«

Derzeit bin ich nebenbei mit dem Korrekturlesen einer Bachelorarbeit beschäftigt. Das offizielle Dokument, in dem akribisch die Sprachverrenkungen, die einem fernab jeglicher inhaltlicher Relevanz dazu abgenötigt werden, aufgelistet sind, ist schon ein echtes Schmankerl. Ein kleines Stück mehr Gelassenheit bei diesem Thema wäre wünschenswert und dem eigentlichen Ansinnen zuträglicher. Aber das ist nur meine unmaßgebliche Meinung.

Dazu passt jedenfalls ein schöner Artikel von Sieglinde Geisel in der Neuen Züricher Zeitung, den ich an dieser Stelle gern empfehle. Zugleich wünsche ich allen (darf man [autsch] noch alle sagen?) ein schönes Wochenende! 🙂

Jede*r Ko*ch*in – das sind Eskapaden aus dem Reich der experimentellen Poesie.

 

15 Minutes

Ruhm ist flüchtig, besonders in der schönen neuen Medienwelt. Das wusste schon der Kommunikationstheoretiker Marshall McLuhan. Er erschuf den Ausdruck „15 Minuten Ruhm“, welcher später durch Andy Warhol geprägt werden sollte und bis heute bekannt ist.

Eine der wichtigsten Währungen heutzutage sind Klicks auf youtube. Daran gemessen haben die Macher des Satiremagazins Extra3 wohl gerade ihre „15 Minuten“. Respekt: 6 Millionen Aufrufe in 2 Wochen muss man erstmal schaffen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Streisand-Effekt hier mal wieder ausgesprochen wirkungsvoll war.
 

 

Jugendwort des Jahres 2015

Der Langenscheidt-Verlag lädt ein, aus 30 mehr oder minder kreativen Wortschöpfungen das „Jugendwort des Jahres 2015“ zu wählen. Zwar habe ich seit einiger Zeit so gut wie keinen Kontakt mit der tatsächlichen Jugendsprache, doch scheinen mir die Nominierungen irgendwie konstruiert. Dazu kommt, dass Begriffe wie „merkeln“ oder „rumoxidieren“ alles andere als neu sind, oder bilde ich mir das ein?

Eine politisch korrekte Korrektur gab es übrigens auch schon. Der „Alpha-Kevin“ stand bei der Abstimmung ganz vorn, wurde aber wieder von der Liste genommen. Als wenn das was nützen würde. Mein Favorit ist übrigens Maulpesto – passt irgendwie! 🙂

Sie finden alle Wörter und Abstimmmöglichkeit hier.

 

Verfall der Rechtschreibkompetenz?

Derzeit machen einige Meldungen über das schlechte Abschneiden bei der Rechtschreibung von Zehntklässlern in Hamburg die Runde, wohlgemerkt von Gymnasiasten. Die Meinungen dazu gehen ja bekanntlich weit auseinander. Die einen finden, Rechtschreibung ist ein essentieller Bestandteil anspruchsvoller Sprache, die wiederum Grundlage anspruchsvollen Denkens und Handelns ist. Andere meinen, Rechtschreibung sei überbewertet und Sprache ein reines Kommunikationsmittel und als solches möglichst effizient zu gestalten.

Dank Spiegel Online können Sie sich nun selbst testen. Hätten Sie’s gewusst? Finden Sie, Gymnasiasten der zehnten Klasse sollten in der Lage sein diese Fehler zu finden? Probieren Sie es jetzt!

 

Alle Rechtschreibfehler in diesem Beitrag zählen doppelt! 🙂