15 Minutes

Ruhm ist flüchtig, besonders in der schönen neuen Medienwelt. Das wusste schon der Kommunikationstheoretiker Marshall McLuhan. Er erschuf den Ausdruck „15 Minuten Ruhm“, welcher später durch Andy Warhol geprägt werden sollte und bis heute bekannt ist.

Eine der wichtigsten Währungen heutzutage sind Klicks auf youtube. Daran gemessen haben die Macher des Satiremagazins Extra3 wohl gerade ihre „15 Minuten“. Respekt: 6 Millionen Aufrufe in 2 Wochen muss man erstmal schaffen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Streisand-Effekt hier mal wieder ausgesprochen wirkungsvoll war.
 

 

Unwort des Jahres 2015: »Gutmensch«

Nachdem „Flüchtlinge“ wenig überraschend zum Wort des Jahres 2015 gekürt worden ist, haben Sprachwissenschaftler nun „Gutmensch“ als Unwort das Jahres auserwählt. In der Begründung heißt es unter anderem:

Mit dem Vorwurf [..] werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert.

 

Neuer TV-Spot vom BMBF

Gerade wurde ich auf diesen neuen TV-Spot hingewiesen*:
 

 
 
Der Spot ist professionell gemacht. TV-Werbequalität. Ich will jetzt gar nicht viel dazu sagen, und ich will auch lieber nicht wissen was er gekostet hat. Dennoch steht auch hier, so wie im professionellen TV-Werbegeschäft, am Ende die Frage nach Zählbarem. Und da bleibe ich skeptisch.

Erreicht der Spot den Teil der Betroffenen, der sich zu einem Kursbesuch durchringen könnte? Oder erreicht er wenigstens die sogenannten Mitwisser? Im Spot selbst kommen die betroffenen Menschen und ihre Lebenswelten – weder die tatsächlichen noch die idealisierten – nicht vor, weder visuell noch sprachlich.

Ich finde diesen Spot etwas enttäuschend und bemerkenswert unkreaktiv. Hach, wenn ich doch nur könnte, wie ich wollte! Mindenstens zwei fertige Konzepte für Spots hätte ich auch parat, nur nicht die Mittel für die Umsetzung…

Zur Seite der Kampagne geht’s hier.

*Dank an Achim für den Hinweis!

Namensstreit um »ALFA«

Bernd Lucke hat die von ihm mitbegründete AfD verlassen und eine neue Partei gegründet, die »Allianz für Fortschritt und Aufbruch«, kurz ALFA. Lucke und seine neue Partei selbst sollen an dieser Stelle nicht weiter kommentiert werden, und ob die Partei politisch überhaupt relevant sein wird, wird sich zeigen. Einen Vorwurf müssen sich die Gründer allerdings gefallen lassen: Bei der Namensgebung hat man entweder nicht recherchiert oder existierende Verwendungen bewusst ignoriert. Beide Möglichkeiten sind unverständlich.

»ALFA« ist seit vielen Jahren ein fester Begriff im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung. Wer kennt es nicht, das ALFA-Telefon? Grund genug für Ellen Abraham vom Bundesverband, eine deutliche Stellungnahme zu verfassen. Der Verein »Aktion Lebensrecht für Alle« (ALfA) will rechtliche Schritte prüfen, und auch der Automobilhersteller Alfa Romeo kritisierte die Abkürzung.

Berichte gibt es z.B. hier und hier.

 

»Lebensqualität der Betroffenen steigern«

Niedersachsen
Niedersachsen geht entschlossen gegen den Analphabetismus vor. Für dieses Jahr hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ein neues Programm zur Förderung zusätzlicher Bildungsangebote ausgeschrieben, das dazu beitragen soll, die Zahl der Analphabeten in Niedersachsen zu verringern. „Die Angebote sollen auf den Lebensalltag von Analphabeten zugeschnitten sein. Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen dauerhaft zu steigern“, sagt Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić.

In Niedersachsen können rund 750 000 Erwachsene nicht lesen und schreiben, bundesweit wird deren Zahl auf 7,5 Millionen geschätzt. Defizite beim Lesen und Schreiben bleiben oft verborgen. Sie können aber der Grund für eine langanhaltende Arbeitslosigkeit sein.

Das Land fördert mit dem neuen Programm bedarfsgerechte Vorhaben, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Grundbildungskompetenzen wie Schreiben, Lesen, und Rechenfähigkeiten für den Alltag sowie die Nutzung von Medien, Internet und Smartphones vermitteln. Darüber hinaus werden Methoden und Instrumente unterstützt, die Bildungsangebote in den Einrichtungen der Erwachsenenbildung qualitativ verbessern.

Das Landesprogramm wird von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung begleitet. Interessenten können bis zum 1. Juni 2015 Anträge stellen.

Die Programmbeschreibung und die Anforderungen an die Projektskizzen sind hier abrufbar sowie auf der Internetseite der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung unter www.aewb-nds.de.

 
Quelle: Pressemitteilung MWK
 

Warum können so viele Deutsche nicht lesen und schreiben?

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In der Sendung Wortwechsel im Deutschlandradio Kultur wurde am 20.11.2014 das Thema Analphabe- tismus diskutiert. Es diskutierten:

  • Dr. Gisela Beste, Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg
  • Klaus Buddeberg, Erziehungswissenschaftler, Universität Hamburg
  • Prof. Christian Höppner, Präsident Deutscher Kulturrat
  • Prof. Karl Karst, Initiator und Vorstand Initiative Hören
  • Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen

Aus dem Ankündigungstext:

Wie ist es möglich, dass in einem Industrieland mit Schulpflicht ein Siebtel der erwerbsfähigen Bevölkerung kaum lesen und schreiben kann? Wie kann funktionalem Analphabetismus vorgebeugt werden – in Schule, Elternhaus, in außerschulischen Projekten? Wie können Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene aus bildungsfernen Schichten erreicht werden? Und wie kann man ihnen Freude am Lesen vermitteln, damit sie sich zurechtfinden im allgegenwärtigen Buchstaben-Dschungel?

Sie können die Sendung auf dieser Seite nachhören und auch herunterladen.