Auslaufmodell Rechtschreibung?

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Es gibt mal wieder einen Artikel zum angeblichen(?) Schwund der Rechschreibkompetenzen, sogar bei Lehramtsstudenten. Wer häufig im Internet unterwegs ist, Artikel, Blogs und Kommentare liest, weiß was gemeint ist. Nun sieht es also schon bei den künftigen Lehrerinnen und Lehrern schlecht aus? Ja, meint Peter Kruck:

„Die meisten Lehramtsstudenten können keine zwei Sätze fehlerfrei schreiben.“

Es wird wohl so sein wie immer: Kritiker der Methode »Lesen durch Schreiben« werden sich bestätigt, Befürworter keinen Grund zur Panik sehen. Lesen Sie den ganzen Artikel der WAZ unter diesem Link.
 

Warum können so viele Deutsche nicht lesen und schreiben?

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In der Sendung Wortwechsel im Deutschlandradio Kultur wurde am 20.11.2014 das Thema Analphabe- tismus diskutiert. Es diskutierten:

  • Dr. Gisela Beste, Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg
  • Klaus Buddeberg, Erziehungswissenschaftler, Universität Hamburg
  • Prof. Christian Höppner, Präsident Deutscher Kulturrat
  • Prof. Karl Karst, Initiator und Vorstand Initiative Hören
  • Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen

Aus dem Ankündigungstext:

Wie ist es möglich, dass in einem Industrieland mit Schulpflicht ein Siebtel der erwerbsfähigen Bevölkerung kaum lesen und schreiben kann? Wie kann funktionalem Analphabetismus vorgebeugt werden – in Schule, Elternhaus, in außerschulischen Projekten? Wie können Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene aus bildungsfernen Schichten erreicht werden? Und wie kann man ihnen Freude am Lesen vermitteln, damit sie sich zurechtfinden im allgegenwärtigen Buchstaben-Dschungel?

Sie können die Sendung auf dieser Seite nachhören und auch herunterladen.

 

Konrad Paul Liessmann im Interview

Konrad Paul Liessmann

Liessmann | Bild: SPÖ


In einem Interview mit Maria Magdalena Held auf t-online.de spricht Konrad Paul Liessmann, der bereits mit dem Buch »Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung« vielen aus der Seele sprach, über seine nonkonforme Sicht auf das Bildungssystem.

Diesmal bekommend die Bildungsexperten ihr Fett weg: »Wir brauchen keine Bildungsexperten – wir brauchen Bildung. Man könnte auch sagen, wir brauchen gebildete Bildungsexperten, aber das schließt einander offenbar aus.«

Das Interview finden Sie auf T-Online.

 
 

Viele Deutsche haben nur schlechte Internetkenntnisse

  • Nur jeder Dritte verfügt über gutes oder mittelmäßiges Wissen
  • Im europäischen Vergleich landet Deutschland auf Platz 27

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Berlin, 9. Oktober 2014 – Nur rund ein Drittel der Deutschen (38 Prozent) verfügt über gute oder mittelmäßige Internetkenntnisse. Im europäischen Vergleich kommt Deutschland damit gerade einmal auf Platz 27 von 31 Nationen. Das teilt der Hightech-Verband BITKOM mit Bezug auf eine Erhebung der EU-Statistikbehörde Eurostat mit. Die besten Internetkenntnisse weisen die Isländer auf, hier verfügen 77 Prozent der Bürger über mittlere oder gute Kenntnisse. Auf Platz zwei folgt Dänemark (71 Prozent), auf dem dritten Rang liegt Schweden (68 Prozent). Schlusslicht ist die Türkei (20 Prozent). Abgefragt wurden Kenntnisse wie die Bedienung einer Suchmaschine, der Versand von E-Mails mit Anhang oder die Beteiligung in Chaträumen oder Newsgroups. „Die Ergebnisse sollten nachdenklich stimmen. Das Internet gewinnt nicht nur in der Arbeitswelt immer stärker an Bedeutung, auch alltägliche Dienstleistungen werden immer öfter ausschließlich oder günstiger online angeboten“, kommentiert BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf die Ergebnisse.
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Bildungsziel Analphabetismus?

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Lesetipp: Bei faz.net erschien heute ein Auszug aus „Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung“ von Konrad Paul Liessmann mit der provokanten These Analphabetismus als geheimes Bildungsziel.

Im lesenswerten Text werden moderne Konzepte wie Schreiben nach Gehör oder Leichte Sprache kritisch betrachtet. Dabei wird endlich auch einmal eine Perspektive eingenommen, die den größeren Zusammenhang betrachtet.

Sprache, so suggerieren es diese Konzepte, dient nur der Übermittlung simpler Informationen. Dass in und mit Sprache gedacht und argumentiert, abgewogen und nuanciert, differenziert und artikuliert wird, dass es in einer Sprache so etwas wie Rhythmus, Stil, Schönheit und Komplexität als Sinn- und Bedeutungsträger gibt, wird schlicht unterschlagen oder als verzichtbares Privileg von Bildungseliten denunziert.

Zum Artikel geht es hier.

 

Revolution: erklärt in 200 Sekunden

Die meisten Menschen verstehen nicht, was das Internet überhaupt ist und wie drastisch es unsere Gesellschaften schon jetzt verändert – und es noch wird. Dieses Thema ist meiner Meinung nach wichtiger als jedes andere, denn es beschreibt nichts Geringeres als den Fortgang der Zivilisation. Das dämmert auch der Politik, die sich – wenn auch zögerlich – des ungeliebten Themas annimmt.

Ein echtes Highlight ist Peter Kruse, der es fertig gebracht hat, dieses komplexe Thema auf wenige verständliche Worte herunterzubrechen und dem Bundestag in aller Ruhe, staubtrocken und wissenschaftlich-analytisch präzise, einen ersten vagen Eindruck seiner künftige Irrelevanz beschert: